Vita

Am 24. März 1967 erblickte ich das Licht von Beeskow. Ich besuchte die Ludwig-Leichhardt Oberschule Trebatsch. Seit dem zehnten Lebensjahr unterhielt ich eine Brieffreundschaft mit der in New York lebenden Elisabeth Rosner. Die Briefe weckten mein Fernweh, ich wollte das „Einweckglas“ DDR verlassen, doch erst mit dem Fall der Mauer erfüllte sich meine Reisefreiheit.

Postkarten New YorkNach der Schule begann ich eine Lehre zum Zerspanungsfacharbeiter für Bohrwerkstechnik. Von 1987 bis 1988 diente ich unfreiwillig als DDR-Grenzsoldat an der innerdeutschen Grenze; ich hoffte auf eine Fluchtchance in den Westen, doch ich wurde nur im Hinterland auf dem Brocken im Harz eingesetzt. Der perfide Überwachungsapparat und der Schießbefehl verhinderten meine Flucht.

An der Grenze bewachte ich meine eigene Gefangenschaft, es war eine furchtbare Zeit. Wegen eines Verstoßes gegen die Dienstwaffenordnung wurde ich vom Gefreiten zum Soldaten degradiert. Zwischen 1988 und 1990 arbeitete ich als Krankenpflegehelfer in Beeskow und Eisenhüttenstadt. 1990 lebte ich ein halbes Jahr in der Künstlerkolonie Worpswede bei Bremen. Anschließend bereiste ich für mehrere Monate die USA und Kanada. Danach holte ich in Hannover das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nach und belegte ein Studium der Politikwissenschaften, Stadt- und Regionalplanung, Erziehungswissenschaften und Psychologie an den Universitäten Duisburg und Dortmund, sowie Gaststudien am Occidental College (USA) und an der Karls-Universität Prag.

1994 war ich beim Bevölkerungsfond der Vereinten Nationen in New York tätig und 2000 auf der EXPO in Hannover. 1999 erschien mein erstes Buch „Keiner kommt durch – Die Geschichte der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer“ im Aufbau-Verlag Berlin. Seit 2001 engagiere ich mich in der Jugendarbeit. Ende 2006 übernahm ich die Stelle des Jugendkoordinators im Amt Unterspreewald. Ich bin Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller und beim Deutschen Roten Kreuz. 2008 organisierte ich eine Schreibwerkstatt für Jugendliche, sie gaben sich den Namen „Junge Autoren im Auftrag für die Heimat“. Aus den Exkursionen in unserer Heimatregion, dem Spreewald, entstanden Reiseberichte, die 2008 als Buch erschienen. Die Schreibwerkstatt besteht fort. Besonders gern präsentiere ich meine Bücher auf Lesereisen vor Jugendlichen im In- und Ausland. 2010 war ich damit beim Goethe-Institut in Australien zu Gast.

Zum 25. Jahrestag des Berliner Mauerfalls (2014) veranstaltete ich eine Lesetour unter dem Motto: „Europa grenzenlos“. Sie führte mich nach Tschechien und Österreich, sowie in die Schweiz und die Ukraine. Besonders für Bürger in der Ostukraine (Charkow), die zum Teil unter den Folgen des Teilungskrieges und Teilungsbestrebungen der Separatisten litten, waren das anregende Informationen und Diskussionen. 2016 bereiste ich im Rahmen meiner Vortragstour „Fluchtgeschichte(n)“ Japan, und hielt Vorträge an der OAG Tokyo (in Kooperation mit der Japanisch-Deutschen Gesellschaft) sowie an der Deutschen Schule Tokyo-Yokohama. Die Asientour wurde 2017 mit Vorträgen in Taiwan und Südkorea fortgesetzt, unter anderem an der Deutschen Schule Seoul und der Europäischen Schule Tapei. Seit 2017 bin ich als Referent für historische Bildung an der Bildungs- und Begegnungsstätte in Halbe tätig; diese Einrichtung beschäftigt sich mit der Aufarbeitung beider deutscher Diktaturen.